27.01.2022

Zehn Stolpersteine zur Erinnerung an jüdische Rekenerinnen und Rekener

„Mit den Stolpersteinen erinnern wir an unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in Reken tief verwurzelt und in der Gemeinde vielfältig aktiv waren. Jetzt holen wir wenigstens ihre Namen nach Hause, dorthin, wo sie immer hingehört haben, wären sie nicht von den Nationalsozialisten verfolgt worden“, sagt der Heimatvereins-Vorsitzende Carsten Hösl am letzten Januar-Mittwoch im Beisein von Vertretern aus Politik, Vereinen und örtlichen Institutionen anlässlich der Verlegung von zehn Stolpersteinen. Diese sind von dem Künstler Gunter Demnig gestaltet und über verschiedene Standorte vor den früheren Wohnhäusern der Ermordeten platziert worden.

Der erste von insgesamt zehn Stolpersteinen wurde von dem Künstler Gunter Demnig in der Dorfstraße in Klein Reken verlegt.

Bürgermeister Manuel Deitert nutzte die kleine, vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde musikalisch untermalte Gedenkstunde vor dem früheren Zuhause von Hannchen Humberg an der Dorfstraße in Klein Reken, um sich beim Gemeinderat für dessen Anstoß zu dem Projekt, die den Sekundarschülern für die Begleitung und vor allen Dingen beim Heimatverein für die praktische Umsetzung zu bedanken.

Der Heimatvereins-Vorsitzende Carsten Hösl (l.) und Bürgermeister Manuel Deitert (r.) eröffnen eine Feierstunde anlässlich der Rekener Stolperstein-Verlegung.

„Mittlerweile erinnern Stolpersteine in 1265 Kommunen in Deutschland und in 21 Länder Europas, an den unmenschlichen Holocaust“, beschreibt der Bürgermeister das Projekt und fährt fort: „Mit den Stolpersteinen in Reken wird es auch in unserer Gemeinde kein Vergessen an die unvorstellbaren Verbrechen des Nationalsozialismus geben!“ Im Anschluss kniete Manuel Deitert vor dem Stolperstein für Hannchen Humberg nieder, legte eine weiße Rose ab, sprach ein jüdisches Gebet und beendete die Zeremonie mit den Worten: „Ich bitte um Verzeihung und Vergebung!“

Manuel Deitert spricht ein jüdisches Gebet vor dem Gedenkstein für Hannchen Humberg.

Folgende Stolpersteine zur Erinnerung sind in Reken während vier bewegender Gedenkveranstaltungen verlegt worden: Für Hannchen Humberg in der Dorfstraße in Klein Reken, für David Lebenstein, Berta Lebenstein, Salomon Lebenstein und Minna Marta Lebenstein an der Ecke Surkstamm/Dorfheide Groß Reken, für Rosa Silberschmidt in der Harrierstraße in Groß Reken sowie für Hermann Levinstein, Berta Levinstein, Albert Lebenstein und Friedrich Lebenstein, ebenfalls in der Harrierstraße. (hh)