Anti-Rassismus-Aktionen an der Sekundarschule

An den vom 14. bis zum 27. März stattfindenden „Internationalen Wochen gegen den Rassismus“, zu denen sich die Stiftung gegen Rassismus mit ihren Kooperationspartnern und Unterstützern, aber auch viele andere Organisationen und Bildungseinrichtungen engagierten, nahm die Sekundarschule Hohe Mark mit unterschiedlichsten Aktionen teil und zeigte Ihre Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Ausgrenzung und Diskriminierung.

Der Hip-Hop Artist und Aktivist Kefeat spricht mit den SchülerInnen über seine Abschiebung und was es bedeutet, ein Roma zu sein.

Der Bahnhof Rekener SKHM ist es wichtig, nach außen eine klare Haltung gegen Rassismus zu zeigen. Ais diesem Grund organisierten die Sozialarbeiterinnen Angela Saidi und Katharina Tenk für das diesjährige Projekt wieder ein abwechslungsreiches und umfangreiches Programm. Es wurde eine bunte Vielfalt an Institutionen und Menschen eingeladen, die mit den Schülerinnen und Schülern in Gesprächskreisen über ihre Erfahrungen mit dem Thema Gleichwertigkeit aller Menschen ohne Rücksicht beispielsweise auf die Hautfarbe, die Herkunft oder die sexuelle Orientierung redeten und diskutierten.

Die jungen Schauspieler vom Medienprojekt Köln gehen mit den SchülerInnen unterschiedlicher Jahrgänge in den Diskurs über Rassismus und ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung.

Außerdem gab es verschiedene Mitmachaktionen:

  • eine Weltkarte, auf der die SchülerInnen ihre Migrationsgeschichte „anpinnen“ konnten
  • Abstimmungssäulen, in denen SchülerInnen mit Tischtennisbällen abstimmen konnten, ob sie schon einmal diskriminiert worden sind
  • in Kooperation mit der Integrationsagentur / Antidiskriminierungsarbeit des Caritasverband für das Dekanat Borken e. V. gab es eine Umfrage unter allen SchülerInnen und LehrerInnen, ob sie sich schon einmal in Reken schlecht behandelt gefühlt haben und warum

Als Gäste waren unter anderem dabei:

Salilah El-Khodary, Verwaltungsrechtlerin beim Auswärtigen Amt in Berlin, die sich als Botschafterin der Vielfalt in der Initiative „Diplomats of Color“ für mehr Vielfalt in Botschaften und Ministerien einsetzt. Salilah hat in Online-Konferenzen mit den SchülerInnen darüber gesprochen, dass in Botschaften und Ministerien, aber auch in kleineren Verwaltungen wenig bis keine Menschen mit Migrationsgeschichte arbeiten, obwohl sie als Vertreter des Volkes doch auch genau dieses in ihrer bunten Vielfalt wiederspiegeln sollten. Sie setzt sich unter anderem für Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte ein, die innerhalb der Botschaften und Ministerien Rassismus von ihren Kolleginnen und Vorgesetzten erfahren.

Die Schauspieler verbringen die ÜMI mit den auf dem Pausenhof und schreiben fleißig Autogramme.

  • Das homosexuelle Paar Rico und Gordon, die von ihrem Outing in der Jugend bis hin zum Alltag als verheiratete Männer auf dem Land berichteten und sich den Fragen der SchülerInnen stellten.
  • Luan, der als Trans-Mann offen in den sozialen Medien und auch schon für Zeitungen und TV-Beiträge über seinen Werdegang erzählt hat.
  • die Schauspieler Tolga Seker, Mohammed „Mo“ Karui und Robert „Rob“ vom Medienprojekt Köln waren zu Gast. Sie sind bekannt aus den unter SchülerInnen beliebten Serien wie RTL2`s „Köln 50667“ und sind auch gerade dabei, eine eigene Serie zu produzieren, die „Wache50“ im Stil der US-amerikanischen Serie „Chicago Fire“. Sie haben die SchülerInnen in den Klassen motiviert, bei Rassismus nicht wegzuschauen, nicht aufzugeben und ihre vermeintlichen Schwächen in Stärken zu verwandeln. Zur Freude aller SchülerInnen verbrachten die drei Schauspieler auch die große Mittagspause auf dem Schulhof und schrieben zahlreiche Autogramme.

Beeindruckend war die Performance von Hip-Hop-Artist und Aktivist Kefeat Prizreni. Er wurde 1984 im ehemaligen Jugoslawien (heutiges Kosovo) geboren, das seine Eltern 1988 als politische Flüchtlinge verlassen haben, um in Deutschland Asyl zu suchen. 2010 wurden Kefeat und sein kleiner Bruder Selamet in den Kosovo abgeschoben. Sie schlugen sich fünf Jahre auf dem Balkan durch, bis sie es wieder zurück nach Deutschland schafften. Die Brüder sind inzwischen anerkannte Hip Hop-Musiker mit eigenen Bands K.A.G.E und Rollin Hopp. Sie sind politisch aktiv und setzen sich als Aktivisten gegen Antiziganismus und Abschiebung ein.

Abstimmungssäule zur Frage "Bist du schon einmal (aufgrund von [...]) diskriminiert worden? Das Ergebnis kann jeder sofort erkennen!

Für einige Tränen sorgte dann Jesim, der als Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters mit einer geistigen Behinderung lebt. Er erzählte von schlimmen Momenten in seiner eigenen Einrichtung, wie andere Bewohner ihn als „Drecks-Ausländer“ beleidigten und er daraufhin die Einrichtung gewechselt hat. Als er dann einmal in Tunesien im Urlaub war, wurde er auch dort, aber dieses Mal als „Deutscher“ beleidigt und körperlich misshandelt. (pi/hh)