14.07.2021

Abbiege-Assistenzsystem für Feuerwehr- und Bauhof-Fahrzeuge

Beinahe täglich verunglücken Kinder und Erwachsene auf den deutschen Straßen, als Fußgänger sowie in stark zunehmendem Maße als Fahrrad- und E-Bike-Fahrer. In zwei Dritteln all dieser Unfälle sind nach rechts abbiegende LKW verwickelt. Die Betroffenen befinden sich zumeist im toten Winkel, können von den Kraftfahrern daher nicht wahrgenommen werden. Um das Risiko für derartige zumeist tödliche Zwischenfälle schon im Vorfeld zu minimieren und im Idealfall ganz auszuschließen, hat die Gemeinde Reken jetzt acht Fahrzeuge der Feuerwehr und ein Nutzfahrzeug des Bauhofes mit dem bewährten und wirkungsvollen Abbiege-Assistenzsystem WUE AAS-4.0 ausgerüstet.

Fußgänger oder Radfahrer, die sich beim Rechtsabbiegen im toten Winkel befinden und in den Außenspiegeln nicht zu sehen sind, werden für die LKW-Fahrer durch einen Monitor sichtbar gemacht.


Es handelt sich um eine sicherheitswirksame Einrichtung, bestehend aus einem Kamera-Monitor-System und einem Radarsensor mit spezieller Software. Biegt der Fahrer eines LKW rechts ab und befinden sich Fußgängerinnen, Fußgänger oder Radfahrende hinter ihm im toten Winkel oder im unmittelbaren Detektionsbereich, erfolgt eine umgehende Warnung durch akustische und optische Signale. Durch den Monitor der außen unterhalb der A-Säule des Fahrzeugs montierten Kamera kann der Fahrer außerdem Hindernisse bei jeder Warnung lokalisieren und darauf reagieren. Permanent aktiv ist das System nicht. Es schaltet sich zuverlässig über die Fahrtrichtungsanzeige oder bei einem Abbiegevorgang ein.

Der Rekener Wehrführer Jörg Wiesmann deutet auf den unterhalb der A-Säule angebrachten Radarsensor mit integrierter Kamera.


Insgesamt 18.000 Euro hat die Ausstattung der neun gemeindlichen LKW mit der Abbiege-Assistenz gekostet, wovon 13.500 Euro im Rahmen einer Förderung vom Bundesamt für Güterverkehr übernommen worden sind. „Ganz sicher wird die allgemeine Verkehrssicherheit durch die Nutzung solcher Systeme verbessert“, betonen der Ordnungsamtsleiter Daniel Edeler und Wehrführer Jörg Wiesmann bei der Vorstellung der modernen Technik und fügen hinzu: „Gerade in unserem dreimal zur fahrradfreundlichsten deutschen Gemeinde gewählten Reken sind in allen Ortsteilen neben Fußgängern auch stets viele Radler unterwegs, deren Sicherheit im Straßenverkehr durch die Neuerung in unseren Fahrzeugen ohne Frage zunimmt.“ (hh)