Energiewende vom Bauernhof

Sein 30-jähriges Bestehen feiert der in Bayern ansässige Fachverband Biogas als Interessenvertretung der deutschen Biogaslandwirte das ganze Jahr über, und zwar mit Jubiläumstagen in den einzelnen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen fand die Aktion am ersten August-Sonntag auf der seit 22 Jahren bestehenden Agrar-Energie-Anlage der Familie Benning statt, eingebettet in ein Bauernhoffest mit vielen Infoständen, Führungen durch den Biogas-Betrieb, einer Maschinenausstellung, einem bunten Kinderprogramm und gastronomischer Betreuung. Ehrengast der Veranstaltung war die deutsche Rennrodel-Legende Georg Hackl, dreifacher Olympiasieger, zehnfacher Weltmeister, siebenfacher Europameister, 33-facher Weltcupsieger und 16-facher Deutscher Meister.

Die Hülstener Familie Benning veranstaltet ein Hoffest auf ihrer Agrar-Energie-Anlage zum 30-jährigen Bestehen des Fachverbandes Biogas.


Der aktuell beim österreichischen Rodelverband als Trainer sowie als Biogas-Botschafter tätige „Hackl Schorsch“ eröffnete das sehr gut frequentierte Event am Ortsrand von Hülsten. Zum Auftakt bat er Dr. Claudius da Costa Gomez und Christoph Spurk für den Fachverband Biogas, Christian Mildenberger vom NRW-Landesverband Erneuerbare Energien, den Biogas-Experten Professor Christof Wetter von der FH Münster, Bürgermeister Manuel Deitert und Hermann Benning jr. zu einer Podiumsdiskussion auf die Bühne. Das Thema: Biogas in Bezug auf Wärme und bedarfsgerechte Energiegewinnung sowie als zeitlich punktegenau ohne Zwischenspeicherung zu produzierendes Backup für die bekanntlich volatilen Wind- und Sonnenergien.

Podiumsdiskussion „Energiewende vom Bauernhof“ mit Dr. Claudius da Costa Gomez (l.) und Christoph Spurk (3.v.l.) für den Fachverband Biogas, Bürgermeister Manuel Deitert (2.v.l.), dem Biogas-Experten Professor Christof Wetter (2.v.r.) von der FH Münster und Hermann Benning jr. (r.).


Die Meinungsrunde war sich einig, dass die „große Zeit“ des immer mehr aus Reststoffen hergestellten Biogases noch bevorstehe, und Bürgermeister Deitert erläuterte die Bedeutung dieser Form der Energiegewinnung für die Gemeinde: „Biogas ist eine äußerst sinnvolle Ergänzung zur Sonne und zum Wind. Die flexiblen Anlagen, von denen es in Reken acht an der Zahl gibt, können die wetterbedingten Schwankungen dieser Quellen ausgleichen und eine sichere Versorgung zu jedem Zeitpunkt garantieren. Neben Strom wird von Biogasanlagen auch Wärmeenergie erzeugt. Die Gemeinde nutzt die Energien abseits von fossilen Grundstoffen bereits seit vielen Jahren, um neben dem Frei- und Hallenbad und dem Rathaus zahlreiche weitere öffentliche Gebäude kostengünstig und zeitgemäß zu versorgen.“ (hh)

Christoph Spurk ernennt den Betrieb von Ulrike, Hermann Josef und Herrmann Benning jr. (v.l.n.r.) zum deutschen Biogas-Betrieb des Monats August.

Die Rennrodel-Legende Georg Hackl, besser bekannt als „Hackl-Schorsch“, eröffnet das Hoffest bei Benning in seiner Funktion als Biogas-Botschafter.